Grunzend geht der erste Rakghul unter den wirbelnden Schlägen des Padawans zu Boden.
Doch ein zweiter Rakghul umgeht des Padawans Schwert. Dieses kleine Biest, voll ausmutiert und flink wie ein Wiesel.
Ein dritter Rakghul nähert sich von vorn, er ist etwas größer und vielleicht noch nicht vollends ausentwickelt. Mit einem raschen Schlag aus der Drehung trennt ihm der Padawan ein Bein ab, er geht zu Boden. Ihn quasi als Deckung nutzend huscht der kleinere Rakghul bedrohlich dicht an den Padawan heran.
Doch schon ein vierter Rakghul, gefolgt von zwei weiteren Monstern, klettert durch das offene Fenster.
Der Padawan lässt den Blick durch den Raum gehen, er greift mit der Macht nach dem Kühlschrank neben dem Fenster um ihn kippen zu lassen und damit das Fenster zu versperren, zumindest kurzzeitig.
Schnelle präzise Schläge mit dem Schwert trennen den kleinen Rakghul den Kopf ab, während sich fast zeitgleich der Padawan erneut von der Macht leiten und helfen lässt um den Esstisch vor das Fenster zu schleudern. Leider scheint dieser nur halb so massiv zu sein wie er aussieht, er zerbricht am Fenster, stößt dabei allerdings noch den vierten Rakghul vor den Kopf. Mit einem zornigen Schrei fällt dieser nach hinten und auf die Straße hinab.
Schwungvoll nun stößt sich der Padawan ab, im Losspringen sticht er den am Boden liegenden Rakghul ohne Bein nieder und fliegt auf das Fenster zu um den Rolladen zu schließen, doch versperren ihm Trümmer des Tischs den Zugriff auf den Schalter.
Und schon wieder bedrohen ihn zwei Rakghul, die das Fenster erklommen haben... Diese Engstelle spielt dem jungen Mann aber in die Hände und er kann Zeit gewinnen und planen, zielloses herumstochern mit einer Lichtklinge im Fenster bildet einen undurchdringlichen Schild, für den Moment zumindest.
Für den Moment... ein Blick aus dem Fenster offenbart dem Padawan ein rot-braunes regloses Meer entstellter Körper, wütendes Kreischen wird zur Brandung, die gegen das Haus läuft. Zornesblind und wild klettern die Wesen schon übereinander. Bald werden sie ihn überschwemmen.
Mit der Hand schiebt der Padawan die Tischstücke zur Seite und drückt den Knopf. Es strömen Rakghule nach, das Rollo senkt sich, es strömen weitere nach und erklimmen das Fenster, das Rollo senkt sich und stoppt.
Auch wenn es für den Hausgebrauch sicher nützlich ist, der automatische Einklemmschutz ist hier sicher nicht gern gesehen. Der Padawan stochert erneut mit dem Lichtschwert nach den Bestien und das Rollo schließt sich.
Die Macht schien mit dem jungen Jedi. Er kann erstmals etwas durchatmen, ehe ihn das laute klappern der dünnen Aluminiumrippen des Rolladens wieder aufrütteln. Das Rollo biegt sich gefährlich nach innen, das Metall ächzt unter dem Druck der anstürmenden Massen.
FUNK: "Meisterin? Wo seid ihr? Wir werden hier gerade überrannt. Konntet ihr CorSec oder D.H.O.R.N. benachrichtigen? Kommt die Kavallerie?" Er klingt schon fast flehend.
FUNK: *Stille.*
Der Padawan geht sobald als dass sich der Rolladen nun geschlossen hat, schnell zu dem kleinen Mädchen, wirft es sich über die Schulter und sieht sich kurz die Schlafzimmertür an, ob sie wohl massiv genug ist den Raks stand zu halten.
Die Tür ist eine normale Blechtür, wie sie in so einfachen Häusern üblich ist, sie hält sicher ein paar Minuten durch.
Das Mädchen grunzt leise als der Padawan sie hoch nimmt. Sie wirkt schlapp, doch scheint sie sich etwas zu regen.
Am Rolladen klappert es stetig heftiger. Plötzlich ein Knirschen. Eine Kralle eines Rakghuls ist zwischen die Fugen der Lamellen gekommen.
"Muss reichen...", der Padawan eilt mit dem Mädchen im Arm in das Schlafzimmer und legt das bewusstlose Kind auf das Bett. Rasch verschließt er die Tür und hört in diesem Moment wie der Rolladen in der Küche bricht und sich eine Flut an Rakghulen in den Raum ergießt.
Der Jedi sieht sich im Raum um.
Einen Kleiderschrank, nicht sonderlich massiv und eher billig wirkend, schiebt er nun noch zusätzlich vor die Tür.
Erneut, kurz ein Durchatmen. Er schaut aus dem Schlafzimmerfenster auf die Straßen der kleinen Stadt. Fünf Meter unter ihm sieht er ein Meer aus Rakghulen, hunderte, wenn nicht tausende, die sich um das Haus scharen. Sie klettern irre übereinander und werden sicher auch irgendwann dieses Fenster erreichen, wenn sie nicht eher durch die Tür brechen.
FUNK: "Padawan..."
Der junge Jedi lehnt sich schwer atmend an die Wand neben der Tür.
FUNK: "Meisterin, ich höre?"
FUNK: "Padawan... Sie haben mich erwischt, ich wurde gebissen. Es sind einfach zu viele. Als ich auf dem Weg aus dem Funkraum hoch zur Antenne war um diese zu reparieren... ich konnte nur zurück in den Funkraum. Und die Kavallerie... die kommt nicht."
FUNK: "Wäre auch zu schön gewesen... ich versuche selber jemanden zu kontaktieren, und wenn es Zaks sind. Aber so leicht gebe ich nicht auf. Es steht eh nur 1000:1...", antwortet er und zwingt sich dabei zu etwas Optimismus.
FUNK: "Unsere Coms haben nicht genug Reichweite ohne die Relaisstation hier."
FUNK: "Verdammt... Wie schlimm steht es um euch, Meisterin?"
FUNK: "Es blutet, aber das wird mich nicht umbringen. Früher oder später wird es aber hoffentlich jemand von D.H.O.R.N. tun."
Eine kurze Pause...
FUNK: "Kurz gesagt, ich bin am Arsch. Wie sieht es bei dir aus?"
FUNK: "Ich hoffe, wir überleben das... Möge die Macht mit euch sein, Meisterin. Ich selbst bin unverletzt, das Mädchen hat einen Arm weniger aber sie hat sich nicht verwandelt. Jetzt muss ich nur noch 1000 Rakghule vor der Tür erledigen, dann können wir wieder zurück zum Lager gehen..."
FUNK: "Klingt gut.", vielleicht meint sie das auch eher sarkastisch. "Hm... Hast du eine Möglichkeit auszubrechen?"
FUNK: "Ich könnte durch das Fenster, aber da sind nur noch mal 1000 Rakghule. Und aufs Dach ist auch keine Idee, da kommen die Viecher auch rauf."
FUNK: "Feuer hilft gegen... AUTSCH!"
FUNK: "Meisterin? Alles in Ordnung?"
FUNK: "Scheiße... Padawan, der Akku von meinem Headset verliert Batteriesäure... #ir #önne# nich# mehr la##e red##. #allo? ##da#an??"
FUNK: "ICh höre euch kaum noch, Meisterin. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. Möge die Macht mit euch sein."
FUNK: "##llo? Scheiß#ing.", waren dann wohl ihre letzten Worte, dann bricht der Funk gänzlich ab.
"Feuer, Feuer..", murmelt der junge Mann und sieht sich im Zimmer um. Sein Com piepst leise.
TEXTNACHRICHT: "Bist mich noch nicht los. Feuer schreckt die Viecher ab. Versuch die Kleine und dich hier raus zu bringen und hol Hilfe. Möge die Macht mit dir sein.", der Kontakt wird nun als offline angezeigt.
Mittlerweile randalieren die Rakghule an der Tür, der Schrank wackelt. Der Padawan beginnt aus dem Bettgestell Latten herauszubrechen und umwickelt sie mit Schaumstoff aus der Matratze und ausgerissene Streifen den Lakens. Somit bastelt er sich einige Fackeln.
Eine zündet er an, die anderen steckt er sich an den Gürtel. Zusätzlich setzt er noch eine Kleiderkiste neben dem Bett in Brand.
Das kleine Mädchen ist wieder zu sich gekommen. Der Schock scheint ihr noch in den Gliedern zu stecken und lässt sich wohl nicht die Schmerzen spüren, daher schaut sie dem Jedi neugierig zu.
"Was machst du da?", fragt sie ihn schließlich mit leiser Stimme.
"Ich rette uns gerade das Leben. Wir werden jetzt aus dem Fenster springen, ok? Und damit du sicherer bist muss ich dir jetzt ein Tuch über den Mund binden, wegen dem Rauch."
"Papa sagt immer, brennen kann es nur da oben.", dabei deutet die Kleine auf eine Luke zum Dachboden. "Und wir sollen immer nach unten laufen wenn es brennt."
"Warum kann es nur da oben brennen?", fragt er zurück während er dem Kind Nase und Mund mit einem Stück Bettlaken bedenkt.
Das Mädchen zuckt nur mit den Schultern. "Papa sagt, die Ausrüstung dürfen wir nicht sehen."
"Ausrüstung?", er sieht zur Luke auf und öffnet diese mit der Macht. "Was denn für eine Ausrüstung?"
Auch wenn die Luke eigentlich via Knopf zu öffnen ist, durch die Macht geht sie auch auf. Kaum ist sie offen, schaut die Fratze eines Rakghuls hinab. Dieser lässt sich auch umgehend nach unten fallen und stürmt auf den Jedi und das Kind zu. Gleich danach schaut noch ein weiterer Rakghul durch die Luke und auch dahinter sind noch mehr, die zur Luke drängen. Sie schieben sich nahezu selbst durch die Luke, es regnet Monster, jeden Herzschlag fällt ein weiteres Biest in den Raum.
"Das war so klar.", der Padawan hält die Fackel vor sich, in Richtung der Rakghule um zu sehen ob die Feuertheorie stimmt. "Hoffentlich stimmt das, sonst sind wir tot." Er zieht sich mit dem Kind zurück.
Der erste Rakghul schreckt in der Tat zurück als er das Feuer des nun lichterloh brennenden Kleiderkastens sieht. Die Wesen machen einen Bogen drumherum, doch starren sie den Padawan und seine kleine Fackel gierig an. Seine Fackel scheint sie nicht so sehr zu beeindrucken, sie scheuen, kommen aber doch näher. Und je mehr es werden, desto mutiger fühlen sie sich wohl.
Der Jedi aktiviert sein Schwert und schwingt es nach den Biestern. "Kleine! Kletter auf meinen Rücken!", ruft er dem Kind zu, welches offenbar panisch die Monster anstarrt. Doch das Mädchen scheint mutiger zu sein, als man es erwarten könnte. Sie kraxelt umständlich mit nur einem Arm auf des Padawans Rücken und hält sich dort fest.
Die Rakghule werden durch das Lichtschwert des Jedi getroffen, sie gehen auch zu Boden, doch wo einer stirbt, ersetzen ihn zwei neue. Es sind unfassbare Massen, immer mehr fallen durch die Dachluke hinab, sie sind schon gestapelt unter der Luke.
"Dann mal los.", mit einem letzten Aufbegehren der Macht reißt der Padawan den brennenden Kleiderkasten zum Fenster.
Der Kasten pflügt sich durch die Rakghule im Raum und durchbricht das Fenster. Er fällt hinaus und in ein Meer von den Kreaturen. Und versinkt dort schlicht.
Der Padawan zündet die zweite Klinge seines Schwertes und sprintet mit dem Kind auf dem Rücken zum Fenster um in die Massen zu folgen.
"Das genügt.", klingt es hallend.
Der Padawan, sprungbereit auf dem Fensterbrett stehend, blickt nach unten zum Meer aus Monstern, deren wirres Krabbeln plötzlich aufgehört hat. Im Grunde scheint alles still zu stehen. Auch dringt kein Geräusch mehr an seine Ohren, außer leises Rauschen des Windes... sanfte Regentropfen klopfen auf dem Dach, einige treffen kühl seine Nase, seine Wangen, die Hände mit denen er sich noch am Fensterrahmen festhält, die Klinge des Schwertes, es zischt leise als das Wasser verdampft.
Nach und nach, immer schneller, verschwinden die Rakghule unter ihm, hinter ihm, über ihm. Auch das Kind auf seinem Rücken scheint nicht mehr dort zu sein. Es ist dunkel und still während er auf dem Boden eines verlassenen Hauses sitzt.
Nicht weit vor dem Padawan sitzt die Meisterin in Meditation vertieft. Sie öffnet das Auge und lächelt ihn leicht an.
"Meister Lou kontaktierte mich und bat mich dich zu prüfen, Padawan. Du hast die Prüfung des Mutes bestanden."