28 NVC - Morgan

Die rhythmische, einfache Melodie einer Bith-Trompete erklingt im opulenten, verspiegelten Fahrstuhl des Wolkenkratzers.

Der Spieler, der auf der anderen Seite der Trompete stand, musste sein ganzes Herzblut in die Waagschale geworfen haben. Er komponierte noch schnellere, wildere Abschnitten und erzeugte dabei eine Melodie voller Leidenschaft, Effekten und Taktschlägen. Das Ergebnis dieser fulminanten Leistung wäre auf einer ordentlichen Bühne sicherlich unwiderstehlich gewesen.

Jetzt dringt sie als Fahrstuhlmusik zwar aus sehr hochwertigen Lautsprechern, doch ist es auch diesen unmöglich die Faszination einzufangen, die ein Live-Auftritt verursacht hätte. Ganz zum Bedauern des einzigen Fahrgastes im Raum, unterbricht die weiche aber dann doch wiederum sehr präzise Fahrstuhlansage, das private Konzert. Etage 87, so sagt es die Stimme und so leuchtet auch der Knopf auf der goldverzierten Schalttafel auf.

Der Mensch senkt den Kopf und fährt sich mit der rechten Hand durch den roten, fein säuberlich gepflegten und geschnittenen Bart, der die Konturen umrandet und jedem Blick zwangsweise etwas weises abverlangt. Die warme, helle Deckenbeleuchtung scheint auf den adrett gebundenen roten Haarzopf, dessen Strähnen im Licht matt zu glänzen beginnen. Bevor sich die Türen zu öffnen wagen, atmet er tief ein, dabei hebt sich nicht nur der kräftige Brustkorb, der durch die blaue, weite Robe nur angedeutet wird, auch der restliche Körper baut sich auf. Die Hände ballt der Jedi immer wieder zu Fäusten und entspannt dann augenblicklich, ehe die Hände in der Robe verschwinden.


Der Fahrstuhl kommt zu einem weichen, fest perfekten Stillstand. Als die Türen – nach der bereits durchgeführten Ankündigung - dann aufgehen, tun sie dies in beeindruckender Geschmeidigkeit und Stille. Magnetspulen und Durastahl-Schienenkonstrukt tragen da wohl nicht zu wenig bei, um das Fahrstuhlerlebnis angenehm, ruhig und nahezu perfekt zu gestalten. Mit jedem Millimeter mit dem sich die Türen öffnen, eröffnen sie auch den Blick auf den leicht gedimmten mit glänzendem Holz ausgestatteten Flur. Die Wände, dekoriert mit hängenden Lampen inklusive pompöser Goldornamente. Einzig die Schmutzspuren und die Feuchtigkeit der nassen Stiefel auf dem sonst reinen Boden, trügen das Bild des sonst makellosen Eindrucks, der sich bisher vom Foyer, über den Fahrstuhl erstreckt hat. Wäre er wohl ein Gast wieder jeder Andere, hätte diese bereits sehr interessante Darstellung von Präzision und Wohlstand, Eindruck erweckt. Doch stattdessen fällt der Blick des grün-blauen Auges auf einen in einem Regenmantel gekleideten und durch einen Lederhut fast schon vermummt anmutenden Duros, der in Qualität, Haltung und Auftreten so gar nicht in das bisherige Bild passen will. Die roten Augen des Fremdkörpers blitzen zwischen der Kleidung hindurch und öffnen sich weit. Offenbar wurde nicht weitergeben, dass der Mensch auf dem Weg war und in Kürze ankommen würde.


Der Mensch hebt die Hand mit der Innenfläche nach außen bevor auch eine Reaktion des Duros erfolgen kann. „Keine Sorge“, entgegnet er. Seine Stimme ist trocken, rau. Am Ende seines Satzes ist eine leichte Vibration wahrzunehmen, die neben dem bereits gepflegten Äußeren noch die Haltung um eine dominante Seite erweitert. Es folgt ein leichtes Schmunzeln. „Ich bin nur ein alter Bekannter“.



Das Rothaar tritt mit festem Schritt aus dem Fahrstuhl heraus und auf den Begleiter hinzu. Hinter ihm schließen sich die makellosen und – so erkennt der Mensch es im letzten Moment – mit einer sehr üppigen Wandstärke ausgestatteten Fahrstuhltüren. Den Blick nach vorne gerichtet und dem Wachmann gegenüber gewandt, der immer noch nicht so recht weiß wie er reagieren soll. Stattdessen schiebt sich die blaue Hand unter den schweren, navy-grünen Regenmantel und schiebt diesen knapp auf Brusthöhe zur Seite. Aufgedeckt wird dabei – sicherlich nicht ganz ohne Kalkül - ein zylinderförmiges Emblem aus Crodium. Das aufwendige Emblem, welches dem Menschen ein Signal sein soll, ist besetzt mit verspielte Verzierungen und ein Ring aus Durelium. Dabei stellt die maßgefertigte Glasplatte, die das Crodium-Emblem versiegelt und somit seinen strahlenden Glanz konserviert, das kleine Extra dar. Ohne Umstände kommt der Mensch zu dem Schluss, dass es sich bei dem Zeichen um das Symbol des privaten Sicherheitsdienst G2Sec Ltd. handelt. Lediglich der modifizierte Blaster, festigt die derzeitige Beobachtung und der Umstand, dass die blaue Hand, die noch eben den Mantel zur Seite schob, nun auf dem Griffstück der Waffe ruht.

Das Rothaar vertieft den Blick auf seinen Beobachter und vernimmt weiterhin mit einem Schmunzeln das Schauspiel, ehe er selbst langsam seine Robe zur Seite öffnet und die zwei Lichtschwerter am Allzweckgürtel präsentiert. Ein Moment der Stille kehrt ein. Der Duros-Wachmann, zieht seine Hand wieder aus dem Mantelinneren, formt den Körper und lässt die Brust etwas stolzer heraus kommen.


G2Sec Ltd. war sicherlich vieles, aber wenn die Geschäftsführung das Unternehmen als privaten Sicherheitsdienstleister vorstellte, hatten Bewohner der Kernwelten sicherlich das Bild von besser bezahlten Wachmännern, Sicherheitsexperten, Videoüberwachung und Personenschutz in schwarzen Anzügen vor Augen. Hier war privater Sicherheitsdienst allerdings das Äquivalent von privater Armee und genau so hatte sich G2Sec Ltd. bisher auch auf Metellos präsentiert. Erst vor kurzem traten sogenannte Sonder-Sicherheitsbeauftragte auf den unteren Ebenen in Kraft, um einen Disput zu lösen. In Wahrheit trat ein mehrfach gepanzertes und schwer bewaffnetes Sonderkommando auf den Plan, welches Gegenstimmen mit Gewaltbereitschaft begegnete. Es gab sogar inoffizielle Ermittlungen, dass G2Sec Ltd. beschuldigte Attentäter, professionelle Mörder, zu beschäftigen, die den einen oder anderen unliebsamen Konkurrenten ausschalteten. Die Geschäftsführung hatte das natürlich dementiert, kurz darauf verschwanden auch Anschuldigen in diese Richtung. Doch auch darüber hinaus bot G2Sec ein ordentliches Portfolio an Einsatzkräften, die es ohne Probleme mit dem einen oder anderen Kommando der Republik und eventuell sogar mit einem Jedi aufnehmen konnte. Infanterie, Spezialkräfte, Hit-and-Run-Ausbildungstrainings, Shuttle, kleine Kampfjäger. Sofern man einen Krieg starten wollen würde, hatte man seinen Verbündeten gefunden. Umso beeindruckender war es hingegen, dass die Sicherheitsunternehmen untereinander noch nicht übereinander hergefallen waren und sich einen planetaren Krieg leisteten. Manchmal war Krieg halt eben doch schlecht für das Geschäft.


Erneut erklingt die trockene, raue Stimme. Die leichte Vibration gibt ein leichtes Brummen preis, das Schmunzeln fehlt jedoch. „Ich bin auf Anfrage von Jedi-Ritterin Ek-o hier. Wisst Ihr wo ich sie finde?“, erfragt der Jedi. Wieder ein Moment der Stille. In der Macht lässt sich zur Überraschung nicht herausfühlen, dass Unsicherheit in dem Wachmann herrscht. Vielmehr spürt der Jedi das Keimen von Herausforderung, eine Art Provokation, ohne daran zu glauben, dass der Duros so dumm sei und ihn nun angreifen würde.

Die blubblige Stimme des Duros erwiedert auf huttisch. „Ums Eck Meister Jedi, folgt einfach dem Gang und dann durch die große Tür. Ich gebe den Kollegen Bescheid, dass Ihr kommt“. Xine nickt beständig und wendet sich von dem bewaffneten Duros nur langsam ab, um seinen Gang durch das verzierte Areal fortzusetzen. Auch auf den weiteren Metern punktet der Flur in Sachen Wohlstand und Luxus. Am Ende des Ganges dreht er nach rechts ab und hält kurz inne, blickt zurück auf den Wachmann am Fahrstuhl und fixiert dabei die roten, nichtssagenden Augen, die ihn durch den Gang bereits wie Überwachungskameras verfolgen. Xine kommt nicht umher festzustellen, dass auch diese Einheit wohl kein einfacher Wachmann ist. Ein ehemaligen Kopfgeldjäger oder vielleicht sogar militärischen Späher passt in das Profil konstruiert aus Haltung, Blick und Emotionen im Inneren. Der Jedi verengt die Augen und schreitet voran. Erst als sein Blick die Wand trifft, wendet er den Kopf ab und wendet sich zur großen, geöffneten massiven Doppeltür zu, die den Flur abschließt und die Gemächer des Bewohners eröffnet. Während die linke Tür geöffnet ist, bewachen zwei weitere Duros-Wachmänner – die sich links und rechts postiert haben – den Zugang. Xine schmunzelt innerlich.

Mit der gleichen Haltung und der gleichen Aura waren die drei Duros wohl einmal Teil derselben Einheit und wechselten aus unbekannten Gründen zu G2Sec, nur um jetzt hier zu stehen und den Jedi durchzuwinken.

Und Xine folgt ohne zu Zögern der Anweisung, tatsächlich wartet er das Signal nicht mal ab, so dass er bereits in Schlagreichweite ist, als die Entspannung einsetzt.


Der Ritter in blauer Robe verlangsamt seinen Schritt in jenem Moment, in dem er die Türschwelle überschreitet. Hinter dem prächtigen Flur und der übergroßen Tür offenbart sich das Gemach von Milus Yandarich, einem Gentry in der achten Generation und damit einem sehr einflussreichen Individuum, dass zu den oberen 1% von Metellos gehört.


Yandarich war wie die meisten Gentry hoch geboren und verbrachte seine Lebenszeit damit in Wohlstand zu leben, auf das niedere Volk hinabzusehen und seine Industriekette zu verwalten, die er eleganter Weise lediglich geerbt hatte. Milus Yandarich war dabei keine dumme Persönlichkeit. Mit Geschick und der gewissen Skrupellosigkeit war sein Unternehmen sehr erfolgreich geworden. Er bediente sich zwar stellenweise etwas zu oft der privaten Sicherheitsfirmen, um seine Probleme zu lösen, doch die Credits flossen ohne Probleme. Es war daher auch wenig verwunderlich, dass zahlreiche hochspezialisierten Einheiten vor Ort waren. Ein Gentry hatte gerufen, auch wenn noch nicht genau klar war, wieso.


Xine lässt den Blick durch das Gemach schweifen. Ebener, hochglänzender Boden aus versiegeltem Holz erstreckt sich in einem hexal geformten Raum. Ein offener Kamin, die weinrote, feinbezogene Couch samt kreisrundem Glastisch auf der rechten Seite und der Emporenaufgang auf der linken Seite vollenden das Bild der ausufernden Lobby in der das Fehlen von Möbeln nur ein weiteres Zeichen der zweifellosen Dekadenz ist. Die obere Hälfte des Raum ist umringt mit einer Balustrade, die den Gang sichert, der einmal komplett um die Lobby herum führt.


Der Jedi hebt den Kopf und stellt sich nur für wenige Augenblicke vor, wie Yandarich seine Gäste wohl empfangen hat. Er wird sich wohl im oberen Bereich aufgehalten haben, um dann durch Zufall von seinen Gästen – die sich ihren Weg durch den Empfang, den hochgesicherten Fahrstuhl und die dicken Eingangstüren gebahnt haben – überrascht zu werden. Schön von oben herab, mit einem Glas feinstem alderaanischen Wein.


Xine schmunzelt für einen Moment und schüttelt den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben, ehe er den Blick auf den Aufgang ausrichtet und in die Macht hinein horcht.

Der Raum eröffnet sich in einem tiefen, illustren Blau, dünne Webfäden ziehen sich durch die Umgebung, verbinden sich und bilden ein sorgsames Geflecht. Der Jedi nimmt die vielseitigen Emotionen und Eindrücke wahr, die zwar nur noch schwach in der Luft hängen, doch ihren Eindruck weiterhin hinterlassen. Langsamen Schrittes erreicht Xine die obere Ebene und umrundet den Raum, dabei eine Hand an der Ballustrade. Keine Kampfspuren, keine umgestoßenen Stühle. Egal was passiert ist, einen Kampf gab es nicht. Über die obere Etage gelangt der Mensch in Richtung Südseite zu den Schlafgemächern des Gentry. Eben jene Richtung aus der auch bereits die Präsenz eines weiteren Machtanwenders strahlt.

Dabei entpuppt sich auch das Schlafgemach als opulente Konstruktion. Mit einem nicht zu knapp ausgestatteten Vorraum in dessen Mitte eine langgezogenen Couch trohnt, ermöglichen das imposanten Fenster, welches sich über die komplette Wand erstreckt, einen besonders neugierigen Blick auf Metellos. Auch hier findet der Jedi keine Besonderheiten vor und nur noch wenig Wachpersonal, dass die Umgebung sichert. Als er sich nach rechts wendet und nur für einen Moment an der hochgewachsenen, blauhäutigen Selkath vorbeischauen kann, versteht er auch wieso.


„Ritter Erauqs, schön, dass ihr es so zügig einrichten konntet“, eröffnet die Selkath-Jedi das Gespräch und schiebt ihren Kopf leicht nach rechts, um es dem Menschen zu ermöglichen auf eines der seitlichen platzierten Augen der Selkath zu blicken und so den Blickkontakt aufzubauen. Xine nimmt die Einladung nur zu gern entgegen und mustert die Selkath für einen Deut genauer. Schwierig ihr Alter festzustellen und ohne Zugriff konnte Xine auch im Vorfeld keine Informationen über die Jedi einholen, was in der Hinsicht wohl nur einseitiger Natur war.

„Und ihr seid Ritterin Ek-o, nehme ich an?“, beendet Xine seine Musterung der Jedi.


„Verratet Ihr mir, weswegen Ihr mich gerufen habt?“, setzt Xine die Konversation fort. Ritterin Ek-O atmet einen Moment tiefer ein, ihre blubbernde Stimme, die mit einer leicht hohen Note besetzt ist, erklingt. Der Jedi verengt die Augen. Viele Selkath hat er noch nicht getroffen und selbst wenn Jedi Ek-o eine Aura der Beruhigung ausstrahlt, kompetent und selbstbewusst vor ihm steht, sammelt der Jedi alle seine Nerven zusammen, um ihren Ausführungen zu folgen und jedes Wort zu verstehen. Ek-o erzählt, wie ihre Padawan und sie gerufen wurden nachdem bei Milus Yandarich eingebrochen worden sei. Sie erzählt davon, dass ihr eigentlicher Auftrag einen Ring illegaler Modifizierer von republikanischen Waffensystemen sei und solch eine Waffe sie wohl auch nach Metellos führte.

Ek-o führt einen Handwink durch und teilt dem Ritter mit ihr zu folgen während sie ihre Berichterstattung fortsetzt. Die beiden Jedi führt es in das Schlafzimmer von Yandarich und spätestens als der beißende Gerucht in die Nase des Jedis steigt, ist ihm vollends klar mit welchem Schauspiel er es nun zu tun hat.


„Oh...uh. Bei der Macht...er ist tot.“, stellt Xine das wohl bereits offensichtliche fest und entdeckt ein Schlafzimmer in dem beinahe nichts mehr den ursprünglichen Farbton inne hat. Überbleibsel eines wohl gesetzten Brustschusses waren durch den Raum verteilt worden und kleben nun an dem Mobiliar.

„Welcher Blaster ist klein genug hat aber gleichzeitig so eine immense. Wirkung?“, hakt das Rothaar sichtlich angewidert von der Szenerie nach. Ek-O schmunzelt für einen kurzen Moment und teilt die Bedenken des Ritters mit nichtssagendem Kopfnicken. „Illegal modifzierte“, quittiert die Jedi bedacht mysteriös. „Und genau deshalb habe ich euch gerufen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihr einem Individuum auf der Spur seid, welches gewisse Fertigkeiten aufweist. Meine Padawan und ich haben vollends damit zu tun eben jenen Ring auszuheben.“, offenbart Ek-O ihre Gedanken und trifft damit den zusammengezogenen Blick des Rothaars, welcher sich durch den Raum zieht und mit einem gewissen Strahlen im linken Auge den Tatort fokussiert.


„Ja, bin ich. Zumindest sofern es überhaupt eine Einzelperson ist, die ich derzeit verfolge. Ich bin mir noch gar nicht so sicher, ob es sich hierbei nicht viel mehr um eine Gruppierung handelt. Allerdings, beachte ich die Umgebung, die Szenerie und die Umstände...“, hebt Xine die rechte Hand und schwenkt den Kopf nur unwesentlich nach links zur Seite. „Passt die Szenerie in gewisser Weise zu dem Muster an Einfluss, welches ich schon auf anderen Planeten vorgefunden habe.“, führt Xine fort und tritt an den leblosen Körper des Gentry heran, der auf der Bettkante zusammengekauert platziert ist und in dessen Bauchmitte ein großes Loch klafft.

Mit der Macht und einem Fingerschwenk hebt er das Kinn von Yandarich, um in das Gesicht des Opfers zu blicken ehe just in dem Moment die zweite Jedi-Präsenz den Raum betritt.


„Padawan Morgan“, kommt es von Jedi Ek-O betont anmeldend. Die Selkath wendet sich von Xine ab und orientiert sich Richtung Eingang aus der die Padawan zu dem Duo hinzu stößt.

„Ich nehme an du hast die Sicherheitssysteme in freudiger Zusammenarbeit mit den örtlichen Kräften durchforstet?“, fragt Ek-o ihre Schülerin. Xine kommt nicht umher, dass Gefühl von Sarkasmus zu verspüren, auch wenn seine Verständigungsfähigkeiten gegenüber der Selkath noch ausbaufähig sind. Parallel wendet sich Xine von dem leblosen Körper wieder ab und hebt den Kopf in Richtung Neuankömmling.

„Ja, habe ich Meisterin“, spricht die junge, rothaarige Padawan mit ruhiger Stimme. In ihrem Klang lässt sich bereits eine gewisse Form des Schabernacks erkennen, glaubt Xine sich folgerichtig einzubilden. Die roten Haare der Padawan fallen schulterlang während drei Zöpfe das Rote Geflecht in Zaum halten. Neben den leichten Sommersprossen um die Nase herum trohnt auch eine prägnante Narbe auf dem Gesicht, die es sich quer über das Gesicht von links nach rechts gemütlich gemacht hat.

„Also, weder die Sicherheitskameras, noch das Foyerpersonal oder die Meldesysteme für die Fenster in irgendeinem der Räume haben Alarm geschlagen oder etwas beunruhigendes aufgezeichnet. Da das Schlafzimmer selbst keine Kameras hat, sehen wir nur wie Yandarich das Zimmer betritt, aber nicht wie er stirbt.“, Padawan Morgan atmet aus und holt erneut Luft für einen neuen Anlauf.

„Was die anderen Bewohner angeht...“, verzieht sie die Lippen und rollt mit den Augen. Ihr Kinn hebt sich leicht an und sie blickt nach oben links gegen die Decke. „...weiß wirklich niemand etwas oder aber sie sind zu faul, zu ängstlich oder zu erhaben uns etwas brauchbares mitzuteilen.“, beendet Padawan Morgan ihre Beobachtung mit einer priese spöttischem Unterton.


Der Jedi bildet sich ein in Ek-O langgezogenen Gesicht sowas wie ein amüsiertes Schmunzeln festzustellen während die Padawan weiterhin entnervt die Decke mit ihrem Blick durchbohrt, bis sich das Trio zusammen einfindet, um über die Ergebnisse zu kontemplieren. Ek-o hebt ihre Hand und deutet dabei auf Xine. Nur knapp quittiert er den Handzeig mit einem Handwink seinerseits ehe er die rechte Hand im Gesicht und durch den Bart fährt, dabei den Blick allerdings nicht von der Padawan lösend. Das beinahe Starren des einen Rothaars wird mit einem mindestens genauso penetranten Starrens des anderen Rothaars im Raum gekontert. Zunächst verharren die Zwei nichtssagend ehe Padawan Morgan ihren Kopf leicht nach rechts neigt und Xine sie dabei passend spiegelt.

„Wurde der Fahrstuhl nach Yandarichs Ankunft und vor unserer Ankunft aktiviert, Padawan...?“, bricht das Rothaar das Schweigen.

„Padawan Zenora Morgan.“, erwiedert Zenora die Vorstellung, weiterhin für einen kurzen Moment den Blick haltend ehe sie ihr Datapad nach den gewünschten Informationen befragt. Sie wischt mit den Fingern über die glänzende Oberfläche. Diagramme, Texte und Videos fliegen über das Display, ehe sie die Augen verengt und in umgekehrter Reihenfolge wieder durch die Elemente wischt.

Schlussendlich schüttelt sie aber leicht den Kopf.

„Ja, tatsächlich, aber es gibt keinerlei Videomaterial dazu. Nur das Netzwerkprotokoll für die Fahrstühle zeigt an, dass nach Yandarichs Ankunft der Fahrstuhl erneut einmal diese Wohnung angesteuert hat.“, berichtet Zenora verwirrt und beißt sich dabei leicht nachdenklich auf die untere Lippe. Xine hingegen nickt ehe sich die Blicke von Ek-O und ihm treffen.


„Es mag tatsächlich sein, dass Ihr Recht habt Ritterin Ek-o. Bisher war es immer so, dass jemand Unterstützungshilfe leistete, um meist technisch weniger gut ausgestatteten Gruppierungen gegenüber stark priviligierten einen Vorteil zu verschaffen oder zumindest die Chancen auszugleichen. In den meisten Fällen begehrten diese dann gegen die vorherrschenden Machtverhältnisse auf. Metellos wäre damit die perfekte tickende Zeitbombe und ich habe das Gefühl, dass dies hier nur der Anfang war.“, schlussfolgert Xine.

Ek-O nickt und nimmt die indirekte Aufforderung des Ritters, den Tatort zu verlassen, dankend zu Kenntnis. Mit einem langsamen Schritt macht sie auf dem Absatz kehrt, dabei den Blick des Ritters ein letztes Mal suchend.

„Ich betraue euch dann mit diesem Fall Ritter Erauqs, während meine Padawan und ich uns um diese Waffe kümmern, die dafür eingesetzt worden ist. Seid vorsichtig und möge die Macht mit euch sein“, verabschiedet sich die Selkath ohne weitere Worte zu vergeuden. Die Ritter tauschen nur ein knappes Kopfnicken aus, während Zenora sich ordnungsgemäß verbeugt. Bevor auch sie auf dem Absatz kehrt macht, treffen sich die Blicke der beiden Rothaare erneut. In Xine macht sich das Gefühl breit die Padawan bereits zu kennen, so erscheint ihre Aura bekannt, ähnlich und seltsam warm.


Es dauert nur wenige Minuten bis Xine alleine in dem Schlafzimmer von Yandarich steht. Neben dem Gefühl, dass Zenora Morgan ein Name ist, den er bereits kennen sollte, schleicht sich ein weitere Gedanke beim Anblick der Überreste von Milus Yandarich hinein. Aus den Lungen kommt es schwer, rau und gepresst heraus. „Oh Pio...was hast du nur getan“