21 NVC - Sand und Staub

Sand und Staub pressten sich durch den Türrahmen in das Innere als Xine den Vorraum der Werkstatt betrat. Seine rechte Hand hämmerte auf die Türsteuerung und die Tür schob sich hinter ihm zu, verschloss dem Sand den Zutritt und dämmte die Geräusche des Windes. Angestrengt atmete er durch die Maske und wischte mit den Händen Staub und Sand von den Schultern. Er fuhr den Staubmantel entlang, klopfte ihn aus und stampfte mit den Füßen auf den Boden.


"Du bist spät dran!", brüllte eine kernige, genervte Stimme aus dem Werkstattinneren dem Mann entgegen.


Xine entfernte den Helm von seinem Kopf und schob die Brille auf seinen Augen hinauf zur Stirn. Schweiß lief den roten Haaransatz hinab und unter den blau-grünen Augen bildeten sich langsam deutliche Augenringe.


"Ich stand im Stau!", brüllte Xine genervt zurück während er das Tuch vor seinem Mund zog und in die Werkstatt hinein trat.


Er kramte in den Taschen auf seinem Rücken während er über den metallenen Boden ins Innere trat. Droidenteile sowie einzelne Kleindroiden waren an den Wänden ausgestellt und obwohl es sich hierbei um den Bereich handelte, den Kunden zuerst zu Gesicht bekamen, erzeugte das schwache Licht, die fehlenden Fenster und die kleine Ölspuren am Boden einen unfreundlichen Eindruck.


"Sehr witzig, Shag!", brüllte Theexl in etablierter Tonlage zurück dabei auf die Pads auf seinem Schreibtisch schauend.


"Du brauchst nicht brüllen, ich bin nicht taub", entgegnete Xine ihm während er um die Ecke trat und den Inhalt seiner Tasche, ein kleines Päckchen, auf den Tisch des Rodianers legte.


Dieser blickte auf und sah in das Gesicht des Rotschopfes. Theexl gelang es mit Hilfe seiner Mimik und Haltung noch weitaus unfreundlicher zu wirken, als seine Stimme es bereits zu Schau gestellt hatte. Kurz nickte Theexl und scheuchte Xine dann mit einer Handbewegung weg.


"Sei nicht so vorlaut Skag oder du sitzt schneller vor der Tür als dir lieb ist. Jetzt geh und mach T19 sauber und vergiss das Ölbad nicht", befiehl der Rodianer ihm und wendete sich dann wieder seine Arbeit zu.


Xine ließ den Umgang über sich ergehen, er wendete sich ab und wischte sich mit einer Hand über die Stirn. Langsam stampfte er vom Büro des Rodianers in die eigentlichen Wartungsräume hinein. Er konnte noch vernehmen wie der Rodianer begann ihm Schmipfwörter auf Huttisch hinterher zu werfen in dem Irrglauben, Xine verstünde sie nicht. Theexl war ein Arsch aller erster Güterklasse doch wenigstens bezahlte er die Arbeit regelmäßig auch wenn mit einem mickrigen Lohn. In gewisser Weise war Xine glücklich diese Anstellung bekommen zu haben, denn all zu leicht war es nicht. Es hatte Theexl schon enorm gewundert dass ein junger, gut trainierter Mann auf einem so verlassenen Planeten nach einer Arbeit suchte und keine Referenzen vorweisen konnte. Auch die Erklärung, dass er ein Flüchtling sei und die Zakuul seinen Heimatplaneten zertrümmert hätten, war nicht genug für Theexl. Xine konnte durch die Macht erspüren wie viel Misstrauen in dem Rodianer steckte und so schwierig es die Sache für den Rotschopf machte, umso amüsierter empfand er es denn schlussendlich hatte Theexls Intuition ihn schon auf den richtigen Weg weisen wollen. Mit Biegen und Brechen akzeptierte Theexl dann aber die Erklärung, dass Xine einer lokalen Miliz angehörte, die bei einem Angriff, ihres Republik verbundenen Planeten, vernichtet wurde. Laut Geschichte hatte Xine nicht viel von der Galaxie gesehen und sein Huttisch bestünde nur aus einzelnen Wörtern. Dabei war die Geschichte nicht mal wirklich gelogen. Die Miliz waren die Jedi und der Heimatplanet war Tython und je mehr Freiheiten Theexl bespaß desto mehr unterschätze er den Rotschopf, zumindest war dies der Plan den Xine anstrebte.


Bisher verlief es gut, denn sobald Theexl etwas im Geheimen sagen wollte, sprach er Huttisch. Xine verstand dabei jedes Wort, ließ sich jedoch nichts anmerken und sein amateurhafter Umgang mit den Droiden war nicht mal vorgetäuscht. So gelang es Xine seine Rolle als Ex-Miliz Noah Arcus wenigstens glaubhaft rüber zu bringen.

P3-T3 piepte munter als der Rotschopf den Wartungsraum betrat und den Staubmantel über einen Stuhl hing. Aufgeregt fuhr der Droide zur vorgesehenen Vorrichtung und ließ sich dort nieder. Die Linse seiner Optiksensoren fokussierte den jungen Mann immer wieder aufs Neue. Leider fehlte es dem Droiden an Wartung und so erzeugte jede neue Fokussierung einen schleifenden, lauten Ton.


"...P3. Lass das, mir bluten gleich die Ohren", fauchte Xine den Droiden an während er sich mit zwei Fingern das Ohr rieb.


P3 ließ eine tiefere Folge an piependen Geräuschen aus seinem Chassis ertönen und senkte etwas den Kopf. Xine hingegen nahm sich einen Hocker, zog den Werkzeugwagen an sich heran und setzte sich vor den meckernden Droiden.


"Du weißt ganz genau, dass ich kein Wort verstehe von dem was du mir sagen willst. Tu uns den Gefallen und hör einfach auf ja?", fauchte Xine den Droiden erneut an. Er machte keinen Hehl um seine Abneigung gegen Droiden.


Bewaffnet mit einem Hydroschrauber löste Xine zuerst einige Schrauben des Droidenkopfes um die Kontakte für die Linse freizulegen. Erneut piepte P3-T3 aufgeregt und erneut mahnte Xine den kleinen Zwerg an. Ein weiteres Schleifen ertönte aus dem Hintergrund und die bekannte Stimme eines Protokolldroiden erfüllte den Raum.


"Ich glaube P3-T3 will sagen, dass...", begann der Droide seine Arbeit um die nichtssagenden Tonfolgen zu übersetzen.


Mit einer Hand am Droiden, hob Xine die andere Hand in welcher der Hydroschrauber lag. Er würdigte den Protokolldroiden hinter ihm nicht eines Blickes unterbrach mit dieser Geste aber sofort dessen Bemühungen. Für einige Sekunden verharrte er so um sicherzustellen, dass es nicht erneut zu Übersetzungsversuchen kommen würde. Mit der Eleganz eines Rancors demontierte er die defekte Linse des Droiden, welcher mit aufgeregten Tonfolgen seinen Unmut ausdrückte. Xine hingegen seufzte nur und wischte sich erneut den Schweiß von der Stirn.


"Wieso muss es grad Tatooine sein? Warum gerade Droiden?", brummte der junge Mann in sich hinein.


"Beim dreibeinigen Tauntaun...ich hasse Droiden", murmelte er über die Lippen hinweg und gab dem Droiden einen kleinen Klaps damit dieser endlich Ruhe gab.