21 NVC - Nur ein Sandkorn

Das kahle Meer aus Sand glühte mitten in der Nacht durch die Wärme der zwei Sonnen. Leichter Wind riss Sandkörner mit sich, wirbelte sie auf und trieb sie voran. Spuren des Vergangenen wurden so Korn für Korn abgetragen und vernichteten in quälender Zeitlupe Veränderungen eines Tages. Xine lauschte mit beiden Ohren der nächtlichen Symphonie der Wüste. Verfolgte das Knistern des Sandes und empfing wohlwollend den aufkommenden Wind. Nicht zu selten trieb es verirrte Körner in das Gesicht des Ritters doch ließ er sich mit geschlossenen Augen nicht davon stören.


Xine grub seine rechte Hand in den Sand und festigte den Griff. In Wüsten konnte er sich wohl und frei fühlen, denn hier war es unwahrscheinlich leicht zu denken. In einer solchen Wüste wurde ihm mehr Platz für seine Gedanken geboten als es sein Verstand zu ließ. Alles wirkte unendlich auch wenn irgendwo klar war dsss dem nicht so ist, der Gedanke war schön. Hier konnte er seine Gedanken streuem, zersplittern, hinfort schicken, zusammen ziehen oder verlieren und jegliche Auswirkung, die er üben würde, würde durch den Wind hinfort getragen werden. Jeden Tag könnte er von neuem Beginn und einem anderen Ansatz folgen bis zu dem Moment wo ein Ansatz ihn zur Lösung brachte. Jeden Abend war er bisher hier und lauschte der Wüste.


Heute war es anders. Heute schienen seine Gedanken Hand und Fuß zu haben. Nun, nach längerer Zeit, erfüllte ihn wieder das Gefühl, dass etwas Sinn machte.


"...Yerana", murmelte der Mann langsam in sich hinein.


Trotz allem Krieg war sie immer noch genauso hartnäckig wie vorher geblieben. Sie ist stur, eine Säule und ein Unikat und doch war sie jetzt auf eine nicht beschreibbare Weise weicher. Als er anfangs von ihr verhört wurde, war es ihm egal. Sie hätte stur, bestimmend sein können und es wäre an dem Mann abgeprallt. Tatsächlich prallten ihre Worte ab, versanken zwischen den Körnern und wurden nie wieder gesehen. Doch auch eine Yerana Deikan schien diese Zeiten nicht spurlos überwunden zu haben. Xine musste sich eingestehen, dass es eher eine Fügung war dass er gerade mit ihr sprach, denn eigentlich war ihm genauso wenig danach zu mute wie mit Aliera, Morwena oder Kria zu sprechen.

Vielleicht war es aber auch der Gedanke, dass er gegenüber Yerana keine Verpflichtung verspürte und nicht was er im Stich gelassen hatte.


Xine zog die rechte Hand aus dem Boden und ließ den Sand leise durch die Hand rieseln. Langsam öffnete er die Augen und beobachtete die einzelnen Körner.


Kaum jemand kannte hier sein Gesicht und so sehr er sich beherrscht hatte nicht jeden glücklich anzufallen, so befreiend wirkte es auf ihn ohne jegliche Last einfach in den Tag zu leben. Erst heute hatte er erkannt, dass die Jahre des Krieges und die Parolen unzähliger Redner einen Stolz und eine Pflicht auf seine Schultern geladen hatten, die er nicht tragen konnte. Für alles hatte er eine Erklärung gesucht um Fehler zu finden. Dinge egal wie schlimm sie waren, hatte er versucht auf ein Versagen zurückzuführen, dabei aber den Blick für die Realität verloren. Erst gestern erkannte er, was ihm gefehlt hatte und was die erfahrenen Jedi wohl seit langem verinnerlicht hatten.


Sie waren Jedi und dennoch einfache Wesen. Manchmal waren sie nie in der Lage gewesen etwas schlimmes zu verhindern, sie waren weniger als das was die Leitsprüche über sie sagten. Xine war sich sicher gewesen, dass er seinen Teil beitragen müsste und fen Krieg beenden könne. Zweifellos nie alleine aber ein Prozent wären mehr als nichts gewesen.


Fast schon verächtlich prustet der Mann und schüttelt den Kopf.


"Geblendet von Hoffnung und Zuversicht", ließ Xine es aus dem Hals kriechen.


Jetzt fühlte er anders, er fühlte noch das Echo und es würde anhalten, aber er spürte langsam ein warmes Licht, dass seinen verdunkelten Geist erleuchten würde. Er würde immer wieder solche Probleme bekommen, immer wieder zweifeln. Er war nun am Ende ein einfacher Mensch, der sich mit dem Willen den Schrecken entgegen zu stellen versuchte. Für den Moment ließ er den Gedanken verweilen und überlegte ob ihn nicht das von den weisen Jedi unterschied.


Langsam zog der junge Mann die Luft in den Körper hinein. Immerhin wirkte es befreiend und er fühlte nicht mehr diese Angst vor Aliera, Morwena oder Kria zu treten. Für sich hatte er erkannt, dass einzelne Sandkörner nie dem Wind widerstanden hatten. Viele Sandkörner wurde verwirbelt und brachten keinen Fortschritt doch sie waren nicht alleine und taten was sie konnten. Sollte man es einen Fehler nennen alles zu geben und doch nicht den gewünschten Erfolg zu erzielen? Am Ende war Xine ein Jedi, ein Mensch und nur ein weiteres Sandkorn in mitten der Wüste, dass sich dem Wind entgegen stellte.