14 NVC - Aufenthalt auf Kashyyyk - Tag 5

"Schneller, Härter, Schneller", trieb ihn Meister Sirkos an.


Es war Ataru-Training und Xine gab alles was er konnte, doch mit seinen 12 Jahren war er dem Jedi nicht gewachsen.


"Schneller, Härter, Schneller".


Xine setzte zum Streich ein doch ein gezielter Schlag von Sirkos auf die Klinge verhinderte dies. Der junge Padawan stolperte an ihm vorbei und fiel hin. Er verharrte dort. Atmete tief ein und jedes Mal wenn die kalte, strafende Luft durch die gereizten Lungen nach außen trat, dann pustete er etwas Staub weg. "Aufstehen!" drillte ihn Sirkos. Der Jedi schaute ernst. Ein kalter, eiserner Blick. Gnade sah man keine auch wenn sie rein logisch hätte vorhanden sein müssen...oder vielleicht nicht? Sirkos ging langsam näher zu seinem Padawan ehe er ihn am Kragen packte und empor hob. Er rümpfte die Nase und warf den Padawan quer über den Platz, welcher sich drehte und auf den Füßen landete. Er atmete schwer und hatte eine gekrümmte Haltung. Schweigend schaute er ihn an.


"Lächerlich", zischte Sirkos und wendete den Blick von Xine ab. Xine stockte, begann auf den Boden zu schauen, als ob dort die Antwort auf nicht gestellte Fragen zu finden wären. "Der Boden wird dir nicht weiterhelfen.". Der junge Padawan schaute auf und nickte träge, dann sprintete er auf den erfahrenen Jedi zu und setzte zum Machtsprung an. Es war nichts, was der Jedi nicht blocken konnte und doch streckte er nur die Hand zum Padawan. Ein Machtschub, stärker als Xine es jemals erlebt hat, wirkte auf den Brustkorb und er flog wieder zurück, landete auf dem Boden und ächzte auf.


"Kein Wunder, dass du kein Padawan werden solltest", hetzte ihn Sirkos auf, doch Xine blieb ruhig, er richtete sich auf und beobachtete den Jedi. Seine Haltung war merklich eingeschränkt.


Sirkos knurrte und trat an den Padawan heran. "Schau mich an!", fauchte Sirkos zu seinem Schüler und Xine folgte. Sein Blick war konzentriert, angestrengt aber neutral. "Wie geht es dir?", fragte eine kühle Stimme. "Angeschlagen aber bereit", kam es leise zurück. "Blödsinn!", blockierte Sirkos. "Deine Angriffe sind seit mindestens 20 Minuten langsamer geworden. Deine Kondition leidet und dein rechter Oberschenkel ist lädiert und dennoch..", Sirkos pausierte. Er schloss die Augen. Xine blinzelte "Dennoch...?", hakte er nach."Dennoch sagst du kein Wort. Du ziehst dich nicht zurück, sprichst nicht über Verletzungen und wirst auf keiner meiner Provokationen wütend.", erklärte sich der Jedi und Xine war erneut verblüfft. "Es gibt keine Gefühle...", wollte Xine die erste Zeile des Kodex zitieren doch Sirkos unterbrach ihn "Ja, ja, ja...ich kenn den Kodex sein aber das bedeutet er nicht. Du hast Gefühle wie wir alle. Sie reflektieren dein selbst. Zeigen dir was, dich wo verletzt oder berührt. Sei es positiv oder negativ. Jedi nehmen sich dieser Gefühle an. Erkennen sie und nutzen die Informationen. Lassen sich jedoch nicht von den Gefühlen leiten. Wie 10 Politiker, die dir alle einreden wollen was das Beste für die Welt ist...die Entscheidung musst aber du treffen unabhängig davon welche Meinung sie vertreten.", Xine nickte und lauschte den Worten. Sirkos wurde aggressiver mit seiner Stimme "Wahrheit, Xine! Ich will von dir die Wahrheit hören und keine von Stolz und Demut zerfressende Aussage.", Xine zuckte zusammen hatte der Jedi doch die Stimme erhoben. "Ich lüge aber nicht.", entgegnete Xine. "Du sprichst aber auch nicht klar. Statt mir die Wahrheit zusagen gibst du eine Aussage von dir, welche zwar nicht gelogen ist aber eine Bereitschaft suggeriert, die gar nicht mehr existiert. Grenzen Xine, sei dich ihrer Gewahr.", Xine nickte erneut. Ein leises "danke" verlässt die Lippen des jungen Padawan ehe seine Haltung sich noch etwas verschlechtert. "Kühl zu sein und kühle zu zeigen...sind zwei verschieden Dinge mein Padawan...vergiss das nicht.", belehrte Sirkos seinen Schüler bevor er pausierte "Komm ich bring dich zur Medi-Station. Dort versorgt man dich und dann hast du den Tag frei. Du hast dich gut geschlagen, Xine. Ich bin stolz auf dich.", lächelte der Jedi. Die Kälte entwich dem Gesicht und etwas warmes trat hervor. Etwas was Xine das Gefühl gab willkommen zu sein. Erwünscht.


Der Regen tropfte über die Blätter hinunter auf den Boden. Einer der kalten Tropfen landete in Xines Nacken während dieser langsam die Augen öffnete. Kashyyyk hatte nichts von diesem Gefühl. Es war nun der fünfte Tag seit seiner Ankunft und immer noch konnte er Sirkos' Präsenz nicht wahrnehmen. An Aufgeben dachte er nicht, gleich wohl es ihn irgendwie beunruhigte, dass Sirkos ihn ohne Informationen zurückgelassen hatte. Xine seufzte ehe er zum Himmel aufschaute. Dunkle Wolken hatten größere Teile über ihm verdeckt. Sie kamen plötzlich und genau so schnell wie sie kamen so unnachgiebig beendeten sie die Trockenheit. Es regnete nun schon seit Stunden.


"Schnell und hart." flüsterte der Padawan zu sich. Er hatte sich in eine Meditation zurückgezogen. Das Feuer war erloschen, war er unfähig so schnell zu reagieren. Das bisschen Tapas was er konnte verhinderte, dass er selbst zu sehr auskühlte. Langsam spürte Xine wie sich der Regen legen wollte. Es hörte nicht sofort auf aber das penetrante Rascheln der Blättert durch die aufprallenden Tropfen wich einem leiseren Rascheln. Vorhanden aber weniger prägnant. Der junge Padawan erhob sich. Nahrung war bisher das größte Problem. Vor zwei Tagen konnte er einige Beeren ausfindig machen, essbar wenn auch weniger genießbar doch wusste er, dass ihn dies auf Dauer nicht fit halten würde. Er runzelte die Stirn. Es war ein seltsames Gefühl darüber nachzudenken und ein unangenehmes dazu. Sollte er nicht eine Weg finden sich ohne tierisches Leben, Nahrung zu verschaffen so musste er eines nehmen. Für Xine war es merkwürdig so genau zu planen wann er töten würde oder müsste. Tropfen entwichen den nassen Haaren als Xine den Kopf schüttelte, um die Gedanken loszuwerden.


"Eins nach dem anderen. An der Küste gab es keine Felsformationen, die ich hätte nutzen können...vielleicht etwas tiefer hinein." murmelte Xine zu sich. Er zog die Kapuze etwas tiefer ins Gesicht und begann damit langsam, stetigen Schrittes weiter in den Wald einzudringen. Seine Füße bewegten sich vorsichtig und sein Verstand geschärft. Der Regen hatte zusammen mit der Wärme eine bedrückende Feuchtigkeit hinterlassen, Stille herrschte und man bekam das Gefühl, dass jede Bewegung, jeder Atemzug sofort entdeckt werden würde.


Verschiedenste Tierarten waren zu spüren. Einige waren weiter weg, während andere wiederum näher waren. Keine davon jedoch in irgendeiner Weise gefährlich. Xine ging geradeaus, wich nicht nach links oder rechts ab und langsam verklang das Rauschen der Wellen, man konnte es leicht im Rasseln der Regentropfen und im Knirschen der Äste verlieren. Auf seinem langsamen Weg entdeckte er wieder eine der Beeren, die er zuvor bereits gefunden hatte. Vorsichtig näherte er sich dem Strauch. Eine Hand hielt er unter dem Strauch offen während er mit der anderen langsam die Beeren zupfte. Es war nicht viel. Vielleicht sieben oder acht Beeren aber etwas zwischen den Zähnen hielt das Hirn in Bewegung. Er musste schmunzeln als er seinen Kopf vor der Pflanze verneigte, doch gab sie ihm etwas und es war seine Pflicht dies mit Respekt zu erwidern. Als er sich erhob wich das Schmunzeln wieder. Streicheln würde er den Strauch nicht aber etwas Demut vor der Natur schadete nicht und bewies ihm, dass er nicht bereits lasch mit sich selbst geworden war. Die Äste auf dem Boden knirschten als er sich wieder in Bewegung setze. Mehrfach streiften Büschen und Äste die nun etwas verschmutze und Nasse Robe. Bald war das Meer nicht mehr zu hören. "Bloß nicht in die Schattenlande, Xine..denk dran." erinnerte er sich und so blieb er stehen. Die Augen durchsuchten den Wald bis sie einen Felsvorsprung ausmachen konnten. Ein schräger Stein ragte aus dem Boden.


Er legte den Kopf schief und musterte den Bereich. Die blau-grünen Augen wanderten kühl von rechts nach links und er Padawan näherte sich dem Ziel. Möglicherweise war dieser Vorsprung groß genug um etwas Schutz darunter zu finden. Möglicherweise gab es eine kleine Höhle. So hätte er schon einmal Schutz vor Regen.


Sein Herz begann schneller zu schlagen und langsam flutete die Macht seinen Körper. Seine Umgebung verlangsamte sich für ihn, jedoch nur weil seine Sinne dabei waren sich durch die Macht zu erweitern. Schneller Denken, schneller Handeln. Kaum sichtbare Regentropfen wurden unter der Flut der Macht zu einzelnen Geschöpfen. Im Wind verzerrt und beim Aufprall vernichtet. Seine Hände gingen langsam zu den Lichtschwertern. Er spürte keine Präsenz, jedoch wusste er, dass dies kein Garant für Sicherheit war. Hingabe in welcher Form war immer gefährlich. Sei es das vollkommene Verlassen auf Informationen oder auf die Macht. Meister Sirkos hatte dies schon öfter bemängelt, dass er Eingebungen analysierte, doch so war er momentan. Vielleicht sollte sich das ändern...vielleicht auch nicht.


Der Felsvorsprung gab eine kleine Höhle preis. Es ging vielleicht fünf Meter tiefer in den Boden aber man sah bereits von weitem, dass dort nichts zu finden war. Langsam weichten die Hände des jungen Padawan von den Klingen und er näherte sich der vermeintlichen Höhle. Der Fels war diagonal in den Boden gerammt und erzeugte mit der diagonalen Vertiefung unter ihm eine kleine Zuflucht. Nichts was einem Angriff standhalten würde aber etwas wo er sich zurückziehen konnte. Abgeschottet von dem Rest. Die rauen Finger strichen über die Decke als Xine die Höhle betrat . Er bückte sich etwas und musterte sein neues Zuhause. "Damit kann ich arbeiten.", beschrieb er kühl. Seine Anspannung war noch immer nicht gewichen und so verließ er wieder die Höhle. Der Regen hatte nun vollkommen aufgegeben die Insel zu überfluten. Langsam verzogen sich die Wolken und schmale Strahlen des Sonnenuntergangs drangen durch die Bäume und Blätter. Xine beobachtet das Ganze, sah die letzten Tropfen und wendete sich am als Sonnenstrahlen ihn blendeten. Er ging ein paar Meter und sammelte Äste sowie Sträucher ein. Alles war nass und es würde etwas dauern bis er daraus ein Feuer machen konnte, doch etwas anderes konnte er nicht tun. Nach einer Weile konnte der Padawan einen ansehnlichen Berg zusammentragen, welcher sorgfältig platziert wurde. Ein paar Steine als Abgrenzung. Dreck fiel hinab und die Hände klatschen zusammen, der Blick jedoch wanderte durch die Umgebung. Die Mimik zog sich zusammen und die Hände wanderten eilig zu den Schwertern, nahmen sie von dem Gurt. Etwas war näher gekommen, dass konnte er klar spüren. Es war auf der Jagd doch ob es direkt nach ihm Ausschau hielt konnte er nicht sagen. Irgendwo zwischen den Bäumen versteckte es sich. Xine verharrte eine Weile. Lauschte der Macht und dem Klang des Waldes dann atmete er aus und entspannte sich. Die Präsenz war wieder fort und er erstmal wieder alleine. Mit fragendem Blick schaut er auf den Haufen Holz. "Feuer, morgen dann Nahrung.", erinnerte er sich selbst. Xine näherte sich wieder seiner Zuflucht um sich auf die Nacht vorzubereiten.