14 NVC - Aufenthalt auf Kashyyyk - Tag 1

Die Triebwerke brummten leise, während die Defender begann in die Atmosphäre einzutauchen.


"26 Stunden pro Tageszyklus. 381 Tage dauert eine vollständige Drehung...60% des Planeten bestehen aus Wasser ansonsten mit Waldflächen bedeckt", murmelte Xine vor sich hin während er abermals die Infos über Kashyyyk durchging. Die Augen des jungen Padawan überflogen die Textzeilen während die Finger seiner linken Hand im Takt auf dem Tisch tippten.

Plötzlich ließ der Sog nach als die Defender, Kashyyyk erreichte. Ein kurzes jedoch verzerrtes Fiepen läutete die Durchsage des Piloten ein. "Wir sind da", sagte er. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Xine brummte und erhob sich vom Hocker um die Gelenke zu strecken. "Eine besondere Mission" hatte Meister Sirkos ihm gesagt und ebenso hatte er sich darauf vorbereitet. Er wusste was er getan hatte, dass er sich zu beweisen hat.


Seit nun mehr als zwei Wochen sprachen Meister Sirkos und er kein Wort miteinander. Kein Wort, welches nicht zwingend erforderlich war und selbst dort fühlte Xine diese Distanz, diese Kälte. Er wusste wieso, war doch seine Liebelei mit der Diebin Sirali Dunar der Grund für den Fehlschlag einer Mission. Nur war es kein Fehler, keiner den man Ausversehen macht. Er hatte sich mit voller Absicht auf sie eingelassen. Er hatte sich verknallt, verschossen, verliebt und als er merkte wie weit er gegangen war, war es bereits zu spät. Die Informationen über die Zielperson waren weg, bereits verkauft und verwertet. Sein Meister beherrschte sich, ihn nicht vor versammelter Mannschaft bloßzustellen, als die Nachricht durchkam, dass es wohl eine undichte Stelle gegeben hatte. Er war dankbar und auch beschämt. Er war die undichte Stelle. Er ist es geworden ohne es zu wollen doch hatte er das Risiko hingenommen, sich von seinen Emotionen leiten lassen. "Tollpatsch" nannte ihn Sirkos vor der Einheit und versuchte zu erklären wie der schusselige Padawan das Pad hatte verloren. Es würde Xine schaden. Seinem "Ansehen", seiner Verlässlichkeit aber es war immer noch besser als die Wahrheit, denn die hätte weitaus schwerer geschadet und dann nicht nur ihm sondern dem gesamten Orden.


Langsam aber stetig trat Xine an Sirkos heran. Der Jedi stand bereits an der Laderampe und lehnte sich gegen die Wand. "Hast du alles?", fragte seine eiskalte Stimme. Der junge Padawan nickte und ein leises "Ja, ich habe alles", erklang ehe sich die Laderampe in einem knirschen senkte. Sofort zog die Hitze und feuchte Luft in das Schiff hinein. Xines braune Robe begann im Wind zu flattern als sich der Blick auf das Meer offenbarte. In der Ferne sah man bereits die scheinbar unendlichen Wälder von Kashyyyk. "Atme tief ein", befahl ihm der Jedi und so tat er es. Die Luft fuhr den Hals hinab und füllte die Lungen. Sein Brustkorb hebte sich und sein Blick wendete sich zu Sirkos. Dieser schielte zu Xine und mit einem kurzen Handgriff hatte er den jungen Padawan am Kragen, sein Blick war kühl vielleicht sogar etwas finster. Xine war gefasst, er würde jede Strafe annehmen, die Meister Sirkos ihm auferlegen würde doch dann starrte er ihn an. Er konnte spüren wie Wärme aus seinem Körper entwich und er die Welt um sich herum weniger wahrnahm. Die Worte die er vernahm schockierten ihn. "Es tut mir leid", sagte Sirkos. Wie ein Hall, ein Hauch, ein Echo welches man überhörte oder sich einbildete. Der alte Jedi bat den jungen Padawan um Verzeihung.


Das Gesicht von Sirkos entfernte sich langsam und dann konnte er auch die Defender sehen. Es dauerte den Schock über bis Xine bemerkte, dass sein Meister, der Mann, der wie ein Vater für ihn war, ihn aus dem Schiff geworfen hatte. Der Schock verschluckte alles. Die Geräusche der Triebwerke, den Klang der Stimme selbst das Plätschern als sein Körper auf der Wasseroberfläche aufschlug. In dem Moment wo der Wechsel von Schiff auf Planet vollendet war, wurde alles schwarz.


Siralis Körper war schön. Im fahlen Licht glänzte ihre etwas dunklere Haut. Er war fasziniert von ihr, als sie sich entblößte und ebenso etwas nervös. Ihre Art war charmant und vertrauenserregend, für ihn zumindest. In den vergangenen Tagen hatte sie ihm die Stadt gezeigt während er Erledigungen für Meister Sirkos machen sollte, was er auch tat nur eben in jenen Momenten kam Sirali zu ihm, um ihn zu überraschen und ihm etwas mehr vom gemeinen Leben zu zeigen. Doch nun stand sie vor ihm, in ihrer vollen Schönheit. Ihre Aufmerksamkeit galt nur ihm und ebenso war es andersherum. Sie kam auf ihn zu und fuhr sich über den Körper um ihn etwas nervöser zu machen und genau das wurde e. Sirali war amüsiert über Xine, sie hatte was sie wollte. Sie schien seine Aufmerksamkeit zu wollen, seine Präsenz und da war er. Gebannt von ihr. Seine Augen musterten sie, den Moment.


Der Körper des Padawan sank weiter in die Tiefen des Meeres während in seinem Kopf die Gedanken umher huschten. Sirali war in seinem Kopf und wollte nicht so leicht gehen.

Einzigartig war es und der Moment war für ihn unbeschreiblich, er hatte einfach alles vergessen und Siralis Nähe war beeindruckend warm und wohl tuend. Als er aufwachte war dieses warme Gefühl weg. Kälte. Tief in seinem Inneren breitete sie sich aus und noch bevor er die Augen öffnete, wusste er, dass sie weg war. Die Kälte wurde intensiver.


Kleine Blasen stiegen auf und er blinzelte mehrfach als er langsam das Bewusstsein wiedererlangte. Die Kälte des Wassers umgab ihn, wollte ihn mit sich reißen doch wehrte er sich. Ein Schüttelt ging durch den Padawan und er riss die Augen auf um dann nach oben zu schwimmen und aufzutauchen. Oben angekommen atmete er tief ein, nahm die Luft entgegen und bekam die Hitze ebenso dazu. Die Haare lagen ihm nass und platt im Gesicht während er sich umschaute und den Strand suchte, den er noch eben gesehen hatte. Die Defender suchte er nicht, er spürte, dass sie schon längst fort war und so begann er in Richtung Strand zu schwimmen.


Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis er den Strand erreichte. Erschöpft und etwas ausser Atem legte er sich mit dem Rücken auf den Boden. Die Augen des jungen Padawan fokussierten den blauen Himmel. "Kashyyyk, Meister? Habt ihr nun den Glauben an mich verloren? Wollt ihr mich aussetzen? Mich bestrafen?" er schüttelte den Kopf. Meister Sirkos mag in strafen doch aufgeben würde er ihn nicht, dass konnte er sich nicht vorstellen. Eine Weile blieb er so liegen. Ließ die Sonne, die Kleidung und seine Haut weites gehend trocknen. Er war immer noch nass aber wenigstens triefte er nicht. Xine wusste, dass es nun vorerst egal war was Meister Sirkos sich dachte. Es war eine Prüfung und in ein bis zwei Tagen würde sein Meister ihn schon abholen nur musste er erst einmal bis dahin aushalten. Feuer wäre wohl praktisch ebenso wie eine Unterkunft. Es musste nichts großes sein, nur etwas provisorisches. Er stand auf und beobachtete den Wald. "Holz und dann Feuer..sollte gehen", murmelte er zu sich ehe er sich in Bewegung setzte. Die Umgebung war bis auf ihn und ein paar unbedeutender Wesen, verlassen. Er war alleine. "Willkommen auf Kashyyyk", brummte er.